Geschäftsführerwechsel in der Evangelischen Behindertenhilfe Dresden und Umland gGmbH

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Heike Heubner-Christa und Matthias Kühn

Heike Heubner-Christa übernimmt die Geschäftsleitung von Matthias Kühn

Zum 31. März 2024 legt Matthias Kühn sein Amt als Geschäftsführer der Evangelischen Behindertenhilfe Dresden und Umland gGmbH nieder und geht in den Ruhestand. Die Evangelische Behindertenhilfe Dresden ist Teil des Unternehmensverbundes der Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Dresden e.V. Seine Nachfolgerin ist Heike Heubner-Christa, die gemeinsam mit Dr. Ralf Schönherr und Rektor Pfarrer Stephan Siegmund die Geschäftsleitung der Evangelischen Behindertenhilfe Dresden zukünftig verantworten wird. Frau Heubner-Christa war zuvor als Geschäftsführerin beim Kinderschutzbund Ortsverband Dresden e.V. tätig.

Matthias Kühn begann seinen Dienst in der Diakonissenanstalt Dresden im September 1988 als Rehabilitationspädagoge und übernahm im August 1990 die Leitung der Förderwerkstatt für Jugendliche und Erwachsene mit kognitiven Einschränkungen. 1991 übertrug man ihm die Gesamtleitung der Behindertenhilfe. Dieses Arbeitsgebiet der Diakonissenanstalt Dresden steckte vor über 30 Jahren noch in den Kinderschuhen. Unter der Leitung von Matthias Kühn, seit 2001 Geschäftsführer, entwickelte sich die Evangelische Behindertenhilfe Dresden zu einem großen Unternehmensbereich. Begonnen hat die Arbeit mit 5 Mitarbeitenden, die 15 Menschen mit Beeinträchtigung betreuten. Heute arbeiten circa 300 Mitarbeitende in ganz unterschiedlichen Gebieten – von der Frühförderung, über die integrative Kinderkrippe und den Kindergarten, schulische Ausbildung, im Bereich Wohnen bis zur beruflichen Integration – und unterstützen rund 1000 Menschen mit Behinderung in und um Dresden. „Diese positive Entwicklung war nur durch unsere Mitarbeitenden und Teams möglich, die sich mit viel Engagement und Idealismus in den verschiedenen Arbeitsgebieten für die Menschen mit Behinderung einsetzten und weiterhin einsetzen“, betont Matthias Kühn.

Das erste Großprojekt, welches Matthias Kühn übernahm, war der Bau der Weißiger Werkstätten und der Umbau des Kindergartens (gegründet 1869) auf der Holzhofgasse 4. Matthias Kühn erinnert sich: „Damals konnte sich keiner vorstellen, dass ein integrativer Kindergarten, in dem Kinder mit und ohne Beeinträchtigung zusammen aufwachsen, funktionieren wird. Groß waren die Bedenken und Ängste bei den Erwachsenen und die Begriffe Integration oder Inklusion im heutigen Sinne nicht allgemein gebräuchlich.“ Im Oktober 1996 wurden die Weißiger Werkstätten eröffnet. „Schon damals wäre es mir am liebsten gewesen“, sagt Matthias Kühn, „wir würden Einrichtungen wie Werkstätten für Menschen mit Behinderung nicht benötigen, sondern eine Integration von Menschen mit Beeinträchtigung wäre unkompliziert auf dem normalen Arbeitsmarkt möglich. Leider war dies und ist dies nicht immer realisierbar.“ Er fährt fort: „Mein Bestreben war stets die Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung. In den letzten Jahren hat sich sowohl in der Gesellschaft als auch in der Gesetzgebung viel zum Positiven in diese Richtung geändert.“

Rasant entwickelten sich ebenfalls die Angebote der Evangelischen Behindertenhilfe unter der Geschäftsführung von Matthias Kühn. Zu Kindergarten, der Schule am Burkersdorfer Weg und den Weißiger Werkstätten kamen alsbald weitere Einrichtungen und Angebote wie die Frühförderung oder Wohnangebote mit der Wohnstätte Haus Salem in Radebeul sowie Außenwohngruppen hinzu. 2015 wurde die Integrative Kinderkrippe auf der Holzhofgasse eröffnet, 2019 die Wohnanlage Zillestraße für Menschen mit Unterstützungsbedarf in Radebeul eingeweiht. Mit dem Lloyd’s Café & Bar in der Dresdner Neustadt am Lutherplatz oder dem CAP Markt auf der Pillnitzer Straße setzte Matthias Kühn seine Vorstellungen konsequent um: die gleichberechtige Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben und in der Gesellschaft. Diesem Konzept folgt ebenfalls das neu eröffnete Hotel am Schwanenhaus in der Holzhofgasse 10. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung in der Gästebetreuung zusammen und begegnen den Gästen des Hotels gleichberechtigt und auf Augenhöhe.

Zum 1. April 2024 übernimmt Heike Heubner-Christa die Geschäftsführung der Evangelischen Behindertenhilfe Dresden und Umland gGmbH von Matthias Kühn. Heike Heubner-Christa war mehr als 30 Jahre beim Kinderschutzbund Ortsverband Dresden tätig, seit 1999 als Geschäftsführerin. Als sie die Leitung übernahm, gab es acht Angestellte und zwei Angebote. In den nächsten zwei Jahrzehnten entwickelte sich der Kinderschutzbund Ortsverband Dresden unter ihrer Führung weiter und umfasst heute 17 Freizeit- und Hilfsangebote, 240 hauptamtliche und circa 100 ehrenamtliche Mitarbeitende.

Von 2021 bis 2023 baute der Kinderschutzbund die alte Schokoladenfabrik in Dresden Johannstadt zu einem integrativen Familienzentrum um. „Mit Abschluss dieses großen Projektes fühlte ich den Wunsch nach einer Veränderung,“ erklärt Heubner-Christa und fährt fort: „Als ich die Stellenanzeige für die Geschäftsleitung der Evangelischen Behindertenhilfe Dresden und Umland sah, war mein Interesse sofort geweckt.“ Erfolgreich bewarb sie sich. „Die Arbeit mit und für Menschen mit Beeinträchtigung lag mir schon immer am Herzen. So waren auch alle Kindertagesstätten des Kinderschutzbundes integrative Kitas mit inklusiven Anspruch.“ Für ihre neue Position als Geschäftsführerin bringt sie viel Erfahrung aus den Bereichen soziale Arbeit und Mitarbeiterführung mit. „Ich freue mich darauf, das Lebenswerk meines Vorgängers Herrn Kühn erfolgreich fortzuführen“, bekräftig sie. Dabei liegt es ihr besonders am Herzen, die neuen Projekte anzupacken. „Am 27. März eröffnete das Hotel am Schwanenhaus auf der Holzhofgasse in Dresden, ein ganz besonderes und einmaliges Hotelprojekt in Dresden mit nachhaltigem sowie inklusiven Anspruch. Des Weiteren planen wir im Osterzgebirge, Kurort Bärenfels bei Altenberg, ein Umweltzentrum für Nachhaltigkeit mit grünem Klassenzimmer“, berichtet sie.

Heike Heubner-Christa begann ihren Dienst bereits im Februar 2024 und konnte so das Unternehmen, die Mitarbeitenden und Abläufe kennenlernen. Damit gab es für den Geschäftsführerwechsel einen geregelten und glatten Übergang.